Polythematik

Politik, Netzkultur und was mir sonst so einfällt

Last Ping

Januar 7th, 2010

Werte Web-Welt,

ich wollte nur schnell einen letzten Ping von meiner “Wordpress”-Phase loswerden. Zum einen nervt mich Wordpress durchaus, zum anderen werd ich über kurz oder lang meinen Domain auf einen mehr-als-nur-Webhoster migrieren und da mit Rails (oder wenn ich durch bin JSF) was neues aufziehen.

Und zum eigentlichen Thema: Nein, ich bin nicht in DSDS und hoffe für euch, dass ihr euch so einen Schund nicht anschaut.

YouTube’s finest

Juli 20th, 2009

Mir ist’s ja bisher noch nie aufgefallen, aber auf YouTube findet sich doch einiges sehenswertes, kleine Anschau-Tipliste:

  • Die gute alte Highlander-Serie, die mal auf Kabel1 oder Vox (lang ists her) kam und bei mir ein lebenslanges Faible für händisch zu schließende Aufzüge hinterlassen hat.
  • Der definitive Klassiker Insepctor Clouseau
  • Especially for Wednesday: Eine Staffel lang Addams Family
  • Der einzige Fein von Skeletor in Comic-Ausgabe
  • u.v.m ;)

So, genug angefüttert. Wie kommt man nu auf den ganzen tollen Kram? Einfach mal den ein oder anderen Proxy benutzen und freuen, dass das “orginal YouTube” ein wenig mehr bietet.

ePetitions of the day

Juli 9th, 2009

Mittags scheint der ePetitions-Server nicht so arg überlastet, und zu einem guten Kaffee kann ich folgende Petitionen nur unterstützen und empfehlen:

  • Gegen das Verbot von Actionspielen: Denn wir haben schon sehr gute Jugendschutzgesetze – wenn diese nicht eingehalten werden, was bringen uns wieder neue, die doch nur gegen Erwachsene wirken?
  • Verzicht auf Gewässerprivatisierung: Grundstücke kaufen, schön und gut, da kann man sich selbst ein Pool graben. Aber alle anderen Gewässer gehören in öffentliche Hand!
  • Förderung regenerativer Energiequellen im Hausgebrauch: Subventionierung im kleinen für die Kraftwerke von morgen. Ich bin sowieso Fan von virtuellen Kraftwerken, Dezentralität sie lebe hoch. In diese Richtung geht auch die Förderung von Passivhäusern.
  • Kein Einweg-Pfand mehr. Ich hab zwar auch Spaß dran, zuzuhören, wie bei Lidl eine halb volle Flasche zercrushed wird, aber warum ich dafür vorher 25 Cent verleihen soll, und das nicht daheim kann, ist mir ein Rätsel. Aber Spaß bei Seite: Was an Getränken in Einweg-Pfandflaschen zu erhalten ist, gibt es auch in Mehrweg-Pfandflaschen, scheint also kein gesundheitliches Problem zu sein; höchstens noch eine Geldfrage. Aber Unterstützung für die Aufrüstung einer umweltfreundlichen Spülstraße würde am Ende noch die Wirtschaft ankurbeln…

Die Petition, die Master-Studienplätze für jeden Bachelos-Absolventen fordert, kann ich persönlich aber nicht unterstützen, auch wenn sie gerade in der Twittersphere umgeht: Bildungssache ist nämlich Ländersache, und in dem konkreten Falle sogar Fachbereichssache. Die Petition müsste dann auch gegen NCs und Co vorgehen…

Update: Hier finden sich noch ein paar Piratenthemen.

Future Music Camp 2009

Juli 6th, 2009

Mal ein paar Eindrücke vom Future Music Camp. Es war mein erstes Barcamp, und ich muss sagen: Ich bin total begeistert! Das Konzept war denkbar einfach: Interessierte Leute treffen sich, um über ein Thema zu reden und überlegen sich vor Ort, welche Sessions abgehalten werden. In den Sessions stellt dann einer seine Thesen, Projekte etc. vor und dabei wird offen gefragt und diskutiert.

Ganz interessant war dabei die Mischung aus Meinungs- und Interessenaustausch, eine kleine Priese Microlobbyismus, Horizonterweiterung, … für mich hab ich einige interessante Dinge mit genommen:

  • So globalisiert die Welt auch ist, Sprachbarrieren sind ein unglaubliches Problem: Wer in Ländern, in denen der Standartzeichensatz nicht gerade lateinischer Natur ist (Russland, China, Indien,…), nach Musik aus ebendiesen Gegenden sucht, bekommt keine vergleichbaren Ergebnisse mit “ASCII-Ländern”. So ist die Schrift (nicht einmal die gesammte Sprache) eine große Hürde, bei der Entdeckung von neuer Musik.
  • Jeder will am besten alles über alles wissen, aber niemand weiß, wer dieses Wissen bereitstellen will: Eine einzige Plattform ist als Monopol nicht wünschenswert, mehrere Plattformen haben aber wieder nicht alle Informationen, die man wissen können wollte.
  • Neue Vertriebswege müssen kommen, Musik ist (wieder) nicht (mehr) an Materielles wie CDs – allein, weil die Möglichkeiten, privat Musik zu hören, gewachsen sind: Auf dem Netbook im Zug, MP3-Player beim Joggen, am PC an der Stereoanlage, bei Freunden, und für alles braucht es (im Idealfall) ein anderes Format – von denen es auch wieder grundlegend Unterschiedliche gibt, v.a. Web-Stream, und Offline-Datei.
  • Es gibt viele Sichtweisen auf Musik, die auch mit den Hörerfahrungen zu tun haben; einige Beispiele: Dienstleistung, Erlebnis, Kulturaussage.
  • Es gibt zu viel Musik für zu wenig Zeit am Tag, deshalb will der Mensch Empfehlungssysteme á là last-fm. War für mich übrigens neu, dass das auf Empfehlung aus ist, dachte immer (naiverweise) an “dynamisches Web-Radio” oder so ähnlich, aber das aus der Perspektive zu sehen ist sehr interessant.
  • Künstler sind oft noch weiter unten in der “Nahrungskette Musikindustrie”, als man glauben mag: Auf der einen Seite sehen sie von den Gewinnausschüttungen nur sowenig, wie die Rechteverwerter ihnen – häufig äußerst intransparent – zugestehen, zum anderen schrumpft auch die Möglichkeit, mit Merchandising auf Konzerten selbst Geld zu verdienen, weil auch hier immer mehr abzugeben ist.

Wahrscheinlich gab es unterbewusst auch noch viel, viel mehr, was sich in meine Synapsen eingebrannt hat. Inhaltlich mag ich jetzt garnichtmehr so viel schreiben, da finden sich im Wiki genug Links zu ;) Aber alles in allem hat es sich definitiv gelohnt!

Artwork-Abend

Juni 22nd, 2009

Nicht nur, dass gerade Demolition-Man auf NDR kommt, nein ich will auch noch unbedingt meine Multi-Tasking-Skillz testen. Und da ich sowieso grad meinen Desktop verschönern will, bastel ich mal ein paar Wallpaper.

piraten_wp1_hd_ready

piraten_wp5_hd_ready

piraten_wp6_full_hd

Wer das orangene mit dem Logo wo anders haben will, ich hätte noch die drei anderen Ecken im Angebot, sowie Full-HD-Auflösungen aller Wallpaper und weils so schön ist, die .xcf-Dateien für Gimp (falls jemand andere Grundgesetz-Artikel drin haben will).

Ganzes Pack als .zip und .tar

Und nur ums klar zu stellen, das gilt für alle Wallpapers:

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported License.

Logik auf parlamentarischer Ebene

Juni 22nd, 2009

Eine Antwort auf Abgeordnetenwatch, auf die Frage nach der größtenteils inhaltlich unbeantworteten Anfrage der FDP:

“Wir betreten mit dem Gesetz Neuland – deshalb können natürlich auch noch keine Erkenntnisse über die Wirkungsweise vorliegen.” – Martina Krogmann

Herrlich, einfach Herrlich. Die Anfrage zielt auf die Grundlagen der Erarbeitung des Gesetzentwurfes, nämlich die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus anderen Ländern, in denen die Sperren eingesetzt werden, bzw. über die “Marktsituation” der Kinderpornografie im Allgemeinen.

Die Antwort ist allerdings schlicht auf das Ergebnis des Gesetzentwurfes ausgerichtet, geht also weit an der Frage vorbei – ein Bürger will eine Diskussion, keine Debatte!

Was schreibt die Rheinpfalz?

Juni 21st, 2009

Für Leser, die nicht gerade in der schönsten Ecke Deutschlands leben: Die Rheinpfalz ist die hiesige Tageszeitung, aufgeteilt in einen allgemeinen Teil mit Politik, Wirtschaft etc. und einen regionalen Teil, und Sonntags gibt’s nochmal eine Art Fuilleton.

Und auch die Rheinpfalz schafft es nicht, über mehr zu berichten, als über Tauss’ Austritt aus der SPD. Von den Grundrechtseindämmungsvorbereitungsgesetzen keine Spur, auch im Tag 3 nach der Demokratie.

Dafür gab es einen ganzseitigen Artikel zum Thema “Tagebücher im Internet”, in dem natürlich Kuba, China, Russland,… als Beispiele für die mutigen Blogger-Nationen genannt werden und ganz klein am Rande eine Sammlung der Top 5 Deutschen Blogs. Scheint wohl eine sehr ausführliche Rechercheleistung gewesen zu sein, wenn sie von diesem Artikel ausgehend nicht auf die Idee gekommen sind, das vor der eigenen Haustür etwas nicht stimmt.

In Kombination mit häufiger Berichterstattung Δ = 3 Monate nachdem Allerweltsmedium Heise bereits ausführlichst darüber geschrieben hat, heißt das für mich: 26€ sind tausenfach besser in moderne Kommunikationsmedien investiert, oder eventuell sogar in GEZ-Gebühren und Videotext.

3Dsupply for the win!

Juni 21st, 2009

Wenn mal wieder jemand T-Shirts o.ä. bestellen will, dem empfehle ich hiermit wärmstens 3dsupply.de!

Nicht nur, dass ich bisher gute Erfahrungen mit deren T-Shirts gemacht hab, viel interessanter ein kleines Detail, das mir eben erst so richtig aufgefallen ist:

3dsupply

Das ist die default-Option! Ja, 3Dsupply will keinen eiligen besteller zuspammen. Und ich höre trotzdem noch nichts von Insolvenzgerüchten. Dagegen muss man beim Abschließen eines Handyvertrags ja richtig drauf bestehen, keine Werbung über SMS o.ä. zu erhalten.

Super!

Zensi Zensa Zensursula

Juni 20th, 2009

Oliver Kels hat auf seiner Homepage dieses schöne Video deployed.

Und wer jetzt die passende High-Quality-MP3 will, muss ihm nur noch eine eMail an zensursula@kels.de schicken.

Arrrr!

Demokratie (Gr.) = Volksbelügung

Juni 19th, 2009

Ich nehm mal kurz den Bereicht von der Website des BMFSFJ auseinander:

“Wir setzen ein wichtiges gesellschaftliches Signal”

Jop, tun sie. Wie weit das Signal zu sehen ist, wird sich am Samstag hoffentlich bei den Demos zeigen.

Wir wollen in Deutschland nicht länger dulden, dass die Vergewaltigung von Kindern frei über das World Wide Web abrufbar ist.

Puh, zum Glück. Ich dachte im ersten Moment, dass sie das Internet zensieren wollen, aber wie sich das anhört, ist Usenet, eMail, IRC, BitTorrent, … nicht davon betroffen. Finde ich absolut richtig, dass die Kinderpornokonsumenten in andere Ecken gedrängt werden, wo es nur die Dateien in konzentrierter Form gibt – ohne nervige Werbebanner oder gar Text.

Aus diesem Grund sollen die Internetanbieter auch auf gesetzlicher Grundlage dazu verpflichtet werden, auf eine Stoppmeldung umzuleiten, wenn jemand Kinderpornografieseiten anklickt

“Zwei pfund Internet in kleinen Scheiben bitte. Ack?” – “Nak!” -  “Nack? Ne, bin von ner Uni, ich darf das…” – “Ack.” Alternativ könnte man sich ja auch den schwer pedokriminellen und berüchtigten “User”, der überall in der “Community” seine Nase drinne hat und auf den Namen “Googlespider” hört, mal vornehmen und in psychologische Behandlung schicken.

Nun werden wir weiter beharrlich daran arbeiten, den Schutz von Kinder und Jugendlichen in den neuen Medien zu stärken.

Und an dieser Stelle möchte ich mal wissen, wie ich einem kleinen misshandelten Kind helfe, indem ich nicht zugucke. Z.B. ich als Anwalt, Ermittler, Richter, Reporter, … ich als beliebiges Element der Menge, die wir “Gesellschaft” nennen. Nunja, aus sicht des Ministeriums ist das natürlich gut: Wenn keiner mehr die Probleme sieht, beklagt sie auch niemand mehr.

Dazu gehören eine bessere internationale Zusammenarbeit bei der Täterverfolgung und der Identifizierung der Opfer. [Steht direkt nach dem vorherigen Zitat!]

Hm. Zu “Schutz in den neuen Medien” gehört “internationale Zusammenarbeit”? Ich vermute mal, das sollte in etwa so heißen: “Zur internationalen Zusammenarbeit gehören neue Medien.” Wie die Bänker es eben schon vormachen, aber der Dienstweg zur Bekämpfung von Kinderpornografie ja so langsam ist… Mozart ist seinerzeit schneller von Salzburg nach Mannheim gereist, und inzwischen wurde das Telefon erfunden!

Besonders wichtig ist mir, dass auch nachgehakt wird, ob ausländische Server, die Kinderpornografie verbreiten, auch wirklich abgeschaltet werden

Das wird sie dann auch von zu Hause nachprüfen können, denn sie muss nur auf die Seite gehen und sieht dann.. äh… öööh….

Im Gesetz ist vorgesehen, dass das Bundeskriminalamt Sperrlisten erstellt, die Kinderpornografie im Sinne des § 184 b StGB enthalten oder darauf verweisen. Diese Listen stellt das Bundeskriminalamt täglich aktualisiert zur Verfügung.

Wenn ich jemanden umbringe, werde ich auch von der Polizei nach §211 verhaftet, angeklagt und verurteilt. Dazu ein Lehrfilm.

Eine sehr große Mehrheit der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren von 91 Prozent begrüßt die neuen Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet

Dazu möchte ich mal auf die Studie hinweisen: In dieser “wurden zwischen dem 29. Mai und
dem 11. Juni 2009 1832 Personen mündlich-persönlich interviewt.” Das sind zunächstmal weniger Menschen, als in eine Universitätsmensa passen, und mündlich-persönlich könnte man auch mit “handverlesen” ersetzen. Das ist doch ideal, um sich eine Klientel ad gusto zusammen zu suchen. Wer noch daran zweifelt, dass die Umfrage mit großer Wahrscheinlichkeit nicht-repräsentativ ist, dem sei der Wikipedia-Artikel zur Repräsentativität empfohlen.