Ich nehm mal kurz den Bereicht von der Website des BMFSFJ auseinander:
“Wir setzen ein wichtiges gesellschaftliches Signal”
Jop, tun sie. Wie weit das Signal zu sehen ist, wird sich am Samstag hoffentlich bei den Demos zeigen.
Wir wollen in Deutschland nicht länger dulden, dass die Vergewaltigung von Kindern frei über das World Wide Web abrufbar ist.
Puh, zum Glück. Ich dachte im ersten Moment, dass sie das Internet zensieren wollen, aber wie sich das anhört, ist Usenet, eMail, IRC, BitTorrent, … nicht davon betroffen. Finde ich absolut richtig, dass die Kinderpornokonsumenten in andere Ecken gedrängt werden, wo es nur die Dateien in konzentrierter Form gibt – ohne nervige Werbebanner oder gar Text.
Aus diesem Grund sollen die Internetanbieter auch auf gesetzlicher Grundlage dazu verpflichtet werden, auf eine Stoppmeldung umzuleiten, wenn jemand Kinderpornografieseiten anklickt
“Zwei pfund Internet in kleinen Scheiben bitte. Ack?” – “Nak!” - “Nack? Ne, bin von ner Uni, ich darf das…” – “Ack.” Alternativ könnte man sich ja auch den schwer pedokriminellen und berüchtigten “User”, der überall in der “Community” seine Nase drinne hat und auf den Namen “Googlespider” hört, mal vornehmen und in psychologische Behandlung schicken.
Nun werden wir weiter beharrlich daran arbeiten, den Schutz von Kinder und Jugendlichen in den neuen Medien zu stärken.
Und an dieser Stelle möchte ich mal wissen, wie ich einem kleinen misshandelten Kind helfe, indem ich nicht zugucke. Z.B. ich als Anwalt, Ermittler, Richter, Reporter, … ich als beliebiges Element der Menge, die wir “Gesellschaft” nennen. Nunja, aus sicht des Ministeriums ist das natürlich gut: Wenn keiner mehr die Probleme sieht, beklagt sie auch niemand mehr.
Dazu gehören eine bessere internationale Zusammenarbeit bei der Täterverfolgung und der Identifizierung der Opfer. [Steht direkt nach dem vorherigen Zitat!]
Hm. Zu “Schutz in den neuen Medien” gehört “internationale Zusammenarbeit”? Ich vermute mal, das sollte in etwa so heißen: “Zur internationalen Zusammenarbeit gehören neue Medien.” Wie die Bänker es eben schon vormachen, aber der Dienstweg zur Bekämpfung von Kinderpornografie ja so langsam ist… Mozart ist seinerzeit schneller von Salzburg nach Mannheim gereist, und inzwischen wurde das Telefon erfunden!
Besonders wichtig ist mir, dass auch nachgehakt wird, ob ausländische Server, die Kinderpornografie verbreiten, auch wirklich abgeschaltet werden
Das wird sie dann auch von zu Hause nachprüfen können, denn sie muss nur auf die Seite gehen und sieht dann.. äh… öööh….
Im Gesetz ist vorgesehen, dass das Bundeskriminalamt Sperrlisten erstellt, die Kinderpornografie im Sinne des § 184 b StGB enthalten oder darauf verweisen. Diese Listen stellt das Bundeskriminalamt täglich aktualisiert zur Verfügung.
Wenn ich jemanden umbringe, werde ich auch von der Polizei nach §211 verhaftet, angeklagt und verurteilt. Dazu ein Lehrfilm.
Eine sehr große Mehrheit der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren von 91 Prozent begrüßt die neuen Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet
Dazu möchte ich mal auf die Studie hinweisen: In dieser “wurden zwischen dem 29. Mai und
dem 11. Juni 2009 1832 Personen mündlich-persönlich interviewt.” Das sind zunächstmal weniger Menschen, als in eine Universitätsmensa passen, und mündlich-persönlich könnte man auch mit “handverlesen” ersetzen. Das ist doch ideal, um sich eine Klientel ad gusto zusammen zu suchen. Wer noch daran zweifelt, dass die Umfrage mit großer Wahrscheinlichkeit nicht-repräsentativ ist, dem sei der Wikipedia-Artikel zur Repräsentativität empfohlen.